In dem Moment, wenn wir beginnen, uns mit dem Setzen von Zielen zu befassen, kommt irgendwann der Punkt, an dem uns erzählt wird, wir sollen uns unbedingt große Ziele setzen.
Bekannte Sprachportale versprechen z.B., dass jemand innerhalb von zwei Monaten eine neue Sprache neben der Arbeit lernen kann.

Doch jetzt mal eine ehrliche Frage an alle, die es schon mal mit Babbel, Duolingo oder den vielen anderen Sprachlerntools probiert haben:

Habt Ihr es tatsächlich geschafft innerhalb von zwei Monaten Spanisch, Englisch, Portugiesisch oder irgendeine andere Sprache auf einem guten Niveau zu lernen?  Dann wäre es ja kein Problem, innerhalb eines Jahres sechs verschiedene Sprachen zu erlernen. Na dann los, in zehn Jahren haben wir 60 Sprachen zusammen.

Was hält uns auf?

Dass das in der Praxis nicht ganz so leicht ist, wissen wir.
Doch genau dieses Wissen demotiviert uns unbewusst und hindert uns daran, einfach mit etwas anzufangen. Viele Leute haben z.B. gute Ideen für Bücher, trauen sich aber nicht zu beginnen, weil sie sich an den Bestsellerautoren messen und sich immer wieder denken: „Das schaffe ich nie”.

Sobald wir diesen Satz jedoch sagen, wird er wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung auch eintreten.

Denn wenn wir uns sagen „Das schaffe ich nie…” schaltet unser Unterbewusstsein bei diesem Thema ab, da es sich nicht mehr lohnt, weitere Energie zu investieren.

Wer aufgibt wird nie Sieger und ein Sieger gibt nie auf!

Unbekannter Verfasser

Die Folge davon kennt jeder von uns: Beim Autor nennt man es Schreibblockade, beim Lernen ist plötzlich jedes andere Thema wichtiger. Während wir den Text lesen, schießen uns plötzlich viele Gedanken durch den Kopf. Da denken wir plötzlich sehr intensiv darüber nach, was wir heute Abend essen werden oder dass unser Rasen wieder einmal gemäht gehört. Vielleicht stellen wir uns auch einen neuen Anstrich des Wohnzimmers vor. Auf jeden Fall sind wir nicht mehr bei dem Thema, das wir lernen sollen oder wollen. Wir verlieren den Fokus. Aber Fokus ist das Allerwichtigste, wenn es darum geht unseren Geist komplett auf eine Tätigkeit auszurichten und diese erfolgreich und mit Leidenschaft und Flow (zum Artikel) zu begehen.

Denk niemals: Das schaffe ich nicht. Sag: Wie schaffe ich das?

In dem Moment in dem wir uns fragen: „Wie schaffe ich das” wird unser Gehirn aktiv nach Lösungen suchen. Auch wenn wir gar nicht bewusst darüber nachdenken. Du kennst sicherlich diese Nächte in denen du nicht schlafen kannst, weil dir alle möglichen Gedanken zu allen möglichen Bereichen durch den Kopf schießen. Unser Unterbewusstsein arbeitet dann auf Hochtouren. Genau in diesem Zustand fallen uns oft Antworten auf Fragen ein, auf die wir am Schreibtisch brütend niemals gekommen wären. Also lass uns dein Unterbewusstsein darauf programmieren, sich genau mit den Sachen, die dich im Leben weiterbringen zu befassen.
Angeblich soll Mozart einmal gesagt haben, dass ihm die besten Ideen für seine Stücke auf dem Abort gekommen sind. Das ist jetzt nicht der Ort den ich mit kreativer Schöpfung verbinden würde.  Frag doch mal einen besonders kreativen Menschen in deiner Umgebung, wo ihm die besten Ideen einfallen. Meistens an den Orten, wo wir gedanklich komplett woanders sind.

Also nutzen wir diesen Effekt aus, um ein Projekt direkt mit Motivation starten zu können.

Dafür müssen wir unser Unterbewusstsein zunächst ein kleines bisschen anfüttern.

Das Feuer entfachen

Stell es dir wie ein Lagerfeuer vor.  Da legst du auch nicht sofort die großen Scheite auf, sondern fängst zunächst mit kleinen Ästen an ein erstes „Feuerchen” zu entfachen. Wenn unter dem Feuer nach einiger Zeit eine heiße Glut liegt, wird jedes bisschen Brennstoff, dass du darauf gibst direkt entflammen.

Genauso funktioniert es auch bei der Motivation. Wir müssen also vorher erst mit kleinen Hölzchen, also kleinen Aufgaben anfangen, bevor wir die großen Scheite auflegen. Genau da fangen die meisten schon fehlerhaft an. Viele Menschen, die zum Beispiel eine Weiterbildung oder ein Fernstudium starten, investieren an den ersten Tagen massive Energie.

Da werden die Skripte fein säuberlich unterteilt und mit Post-Its in Kapitel aufgeteilt und nach fünf Stunden denkt man sich „Ich bin hoch motiviert das kann doch nur klappen”. Dann hört die Anfangsmotivation auf. Das Holzscheit liegt auf, doch es brennt kein Feuer.

Man muss sich regelrecht dazu zwingen, weiter zu machen.

Entfache dein Feuer

Deswegen empfehle ich jedem, der eine neue Sprache lernen möchte, eine Weiterbildung startet oder irgendein anderes Projekt beginnt: Starte mit kleinen Zielen. Bei der neuen Sprache kann es z.B. damit losgehen, sich eine Lern-App auszusuchen und herunterzuladen. Das reicht doch schon als Tagesziel. Klingt ganz schön billig? Für unser bewusstes Denken ist es das auch. Doch unser Unterbewusstsein und unsere Motivation wurden angefüttert, denn wir haben ein kleines Erfolgserlebnis erlangt.

Nun wollen wir am nächsten Tag die Funktionen der App verstehen und uns bei der ersten Übung mit der Navigation vertraut machen. Schon wieder ein kleines Erfolgserlebnis. So können wir uns über viele kleine Erfolge eine standfeste Gewohnheit aufbauen.

Viele erfolgreiche Läufer haben es in ihrer Anfangszeit nicht anders gemacht. Sie sind mit kleinen Strecken gestartet und haben nach und nach immer mehr Holz ins Feuer gelegt. So ist so eine Glut entstanden, welche auch bei Regenwetter nicht sofort gelöscht wird.  Denn jemand, der Sport zu seiner Gewohnheit macht, steht jeden Morgen unabhängig von seiner Verfassung auf und es ist ihm komplett egal welches Wetter draußen ist. Er läuft und läuft und läuft. Die anderen 90 % sehen die erste graue Wolke am Horizont und haben schon die perfekte Ausrede, nicht laufen zu gehen.

Es ist nicht wichtig, wie langsam du gehst, sofern du nicht stehen bleibst.

Konfuzius

Ein bekannte Geschichte dazu ist der Vergleich mit einem fahrenden Zug. Ein Zug der mit voller Kraft fährt, ist durch kaum etwas aufzuhalten. Selbst eine auf dem Weg stehende Steinmauer wird von ihm einfach durchbrochen. Doch wenn genau dieser Zug am Bahnhof steht, kann schon ein kleiner Stein auf den Gleisen reichen, um zu verhindern dass er sich in Bewegung setzt. Es ist große Energie nötig, um etwas in Bewegung zu bringen. Bei voller Fahrt sind wir aber kaum noch aufzuhalten. Doch das Anfahren ist ein langsamer Prozess und sicherlich wird ein Zug nicht von 0 auf 200 in 5 Sekunden beschleunigen können. Genauso solltest du nicht von dir erwarten sofort mit einer neuen Gewohnheit erfolgreich zu sein. Lass deinen Zug also langsam anfahren und du wirst sehen, dass er schneller Tempo aufnimmt, als du am Anfang gedacht hättest.

Wenn Ihr bis hierher gelesen habt und immer noch nicht losgefahren seid, möchte ich euch ein Zitat von Les Brown mitgeben, welches mich bei jedem Lesen neu motiviert, einfach zu starten.

„Der Friedhof ist der reichste Ort auf der Erde, denn hier wirst du all die Hoffnungen und Träume finden, die nie erfüllt wurden, die Bücher, die nie geschrieben wurden, die Lieder, die nie gesungen wurden, die Erfindungen, die nie geteilt wurden, die Heilmittel, die nie gefunden wurden, nur weil jemand zu ängstlich war, den ersten Schritt zu gehen.“

– Les Brown

Alles was wir erreichen können, beginnt mit einem kleinen Schritt. Mach ihn noch heute und sei dann zufrieden mit dir. Dann fällt dir morgen der nächste umso leichter. So kannst du aus vielen kleinen Schritten deine große Reise zum Erfolg zusammenstellen.

Hast du ein großes Ziel, das du erreichen willst? Starte noch heute damit und lass uns einen Kommentar da, was du geschafft hast und was du erreichen willst. Damit hast du öffentlich eine Ansage zu deinem Ziel gemacht, was dich zusätzlich motiviert. Ich würde mich riesig freuen, dann einige Monate später zu lesen, dass es geklappt hat und du dir eine Gewohnheit aufgebaut hast, die dich weiter bringt.