Dieser Artikel ist entstanden, weil ich genau diesen Inhalt in letzter Zeit immer wieder zu anderen Dozenten und Trainern sagen musste:

Es geht nicht darum Perfektion abzuliefern. Das ist auch gar nicht möglich. Selbst den besten Trainer finden mindestens 1% der Teilnehmer schlecht. Aber zur Zeit rennen da draußen eine Menge so genannter Trainer herum, die folgende Gemeinsamkeiten haben:

Permanentes Jammern, dass das Honorar für Trainer und Coaches so schlecht ist.

Beklagen, dass der Respekt vor Lehrpersonen abnimmt.

Schuldzuweisung, dass die Teilnehmer eh alle unmotiviert sind und den hochwertigen Unterricht nicht zu schätzen wissen.

Glaubt Ihr etwa vor jemandem, der nur jammert und der nicht verhandeln kann, hat irgendjemand Respekt?

Ein guter Trainer ist keine Autoritätsperson

Ihr seid keine Erzieher, Ihr seid Dienstleister. Ein Dienstleister, der sich nicht am Kunden orientiert, kann auch nicht erfolgreich sein. Mal ehrlich, wart ihr jemals motiviert und voller guter Laune nachdem euch jemand kritisiert hat? Warum erwarten dann immer noch so viele Pädagogen einen gesteigerten Respekt ohne erklären zu können wofür?
Vor zwei Jahren wurde ich bei einem Bildungsträger scharf vom dortigen Ausbilder kritisiert. Ich würde das junge Publikum zu sehr verwöhnen.

„Die sollen hier keinen Spaß haben, die sollen was lernen!“

Interessant, dass genau die Dame, die diesen Satz verbrochen hatte über unzureichende Perspektiven in der Bildungsbranche geklagt hat. Zwei Worte dazu: Leave it!

Wisst vorher, was Ihr vermitteln wollt

Ein guter Freund erzählte mir vor einem Monat von einer (Pflicht)Schulung seines Betriebes. Der Dozent war scheinbar bestens vorbereitet und kam mit einem besonders hochwertigen Konzept um die Ecke: „Lest euch erstmal auf Wikipedia ins Thema ein, danach diskutieren wir darüber“. Change it or leave it!

Wenn Ihr keinen Bock habt, Konzepte vorzubereiten, die auch Spaß machen, seid Ihr in der falschen Branche.
Viele Teilnehmer empfinden das leider auch noch als normal. Schließlich sind in deutschen Schulen genug „Pädagogen“ unterwegs , die das Abschreiben von der Tafel und das anschließende Ausgeben von Arbeitsblättern ohne jedes Schamgefühl als „Konzept“ verkaufen. Pädagogische Zwangsbespaßung trifft es eher. Bei einem so geringen Anspruch an Bildung kann eigentlich jederder etwas gut herüberbringen will, die Erwartung übertreffen oder zumindest erfüllen.

Bildet euch immer weiter

Kürzlich habe ich erfahren, dass viele Bildungsträger ein echtes Problem damit haben, ihre Dozenten zu Weiterbildungen zu ermutigen. Selbst kostenlose Schulungen werden abgelehnt. Wie soll denn jemand glaubhaft etwas über Erfolg, Fortschritt und Wissen vermitteln, wenn bei einem selbst keine Bereitschaft dazu vorhanden ist?

 

In dir muß brennen, was du in anderen entzünden willst.

Augustinus Aurelius

Die beste Ausrede ist an dieser Stelle stets: „Ich bin (hier Abschluss einfügen) und (hier zu hohes oder zu niedriges Alter einfügen) ! Ich habe es doch nicht mehr nötig, mich in einen Kurs zu setzen.“
Leave it!

Gerade Trainer sollten so viele Schulungen wie möglich besuchen. Schließlich lernen sie dort doppelt: Den Inhalt und die Art, wie es transportiert wird. Die besten Lehrenden schätzen auch das Lernen.

Zu einem Trainer und zu einem Coach kommen Menschen mit dem Willen, neue Impulse für ihr Leben zu erhalten, nicht um Wörter von einer Tafel abzuschreiben. Ohne großartige Dozenten hätte ich nie die Wege eingeschlagen, die mich dahin gebracht haben wo ich heute bin. Dafür bin ich bis heute dankbar.

Selbst wenn Ihr von 100 Zuhörern nur einen dazu inspiriert, ein für ihn besseres Leben zu führen, ist das schon ein riesiger Erfolg.

Daher meine Bitte an alle, die beruflich vor Menschen sprechen:

 

Liebt was ihr macht und versucht so viele Menschen wie möglich damit zu erreichen. Hört ansonsten so schnell wie möglich auf damit. Denn das Leben ist zu kurz, um einen Job zu machen, der einen nicht glücklich macht.