Kennst du das?

Bei vielen Firmenschulungen, aber auch bei IHK und Universität gibt es einen ganz besonderen Typ von Trainern:

Diejenigen, die die ersten 10 Minuten eines Seminars erstmal damit füllen, dem Publikum zu sagen, welche Abschlüsse sie haben. Wie wichtig sie sind. Was sie denn alles befähigt über das Thema zu sprechen.

Doch genau diese Menschen die sich wichtig machen, bringen das Wort leider nicht ganz rüber. Denn von

„Ich bin ein wichtiger Mensch!“

kommt beim Publikum dann nur eines an:

„Ich bin ein Wicht!“

Wenn du wirklich befähigt bist, über ein Thema zu sprechen, dann merkt das dein Publikum von ganz alleine. Denn Ausstrahlung und Vertrauen kommen nicht von Abschlüssen oder tollen Leistungen in der Vergangenheit.

 

Je lauter jemand darauf hinweisen muss, dass es sich lohnt ihm zuzuhören, desto weniger wichtiges hat er zu sagen.

Benjamin Schollän

Moment!

Heißt das also, dass ich gar nicht mehr stolz auf meine Leistungen in der Vergangenheit sein darf? Doch das solltest du. Und du solltest auch über das, was du erreicht hast sprechen. Nur eben nicht so. Ein guter Redner eröffnet nicht, indem er über sich redet, sondern indem er über sein Thema oder noch besser, über sein Publikum spricht.

Binde deine Zuhörer ein, stelle früh Fragen und zeige, dass das jetzt kein mehrstündiger Monolog wird.

Menschen interessieren sich nun einmal vor allem für zwei Fragen:

Lohnt es sich dem da vorne zuzuhören?

Was habe ich von dem, was mir gleich erzählt wird?

Wenn du diese zwei Fragen beantworten kannst, hast du schon einmal den Großteil auf deiner Seite. Aber das schaffst du nun einmal nicht, wenn du am Anfang nur erzählst, was du für ein toller Hecht bist.

Beweise schon in der ersten Minute, dass dein Beitrag entweder nützlich oder unterhaltsam ist. Am besten beides, wenn das Thema es hergibt.

Wenn du dann ein paar Minuten später ein wenig wärmer mit den Leuten geworden bist, kannst du nach und nach mehr von dir preisgeben.

Mal ein Beispiel

Sagen wir mal, du willst deinem Publikum sagen, dass du Psychologie studiert hast, um klarzumachen, dass du dich auch auskennst. Okay, dann lass uns mal zwei Szenarien vergleichen.

Trainer 1
Guten Tag liebes Publikum, ich bin Herr Wichtig. Ich habe an der Universität in Waynehausen meinen Master of Important Acting gemacht und habe zudem schon vier Bücher veröffentlicht. Ich möchte heute 30 Jahre Erfahrung mit Ihnen teilen und glaube dass…

 

Trainer 2

Hallo liebes Publikum. Ihr seid heute hier, um mehr über [Thema] zu erfahren und das finde ich großartig. Denn das zeigt, dass Ihr den Willen habt euch und eure Unternehmen voranzubringen. Lasst uns gleich starten, denn eure Zeit ist wertvoll.

5 Minuten später

Dazu möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Damals, als ich an der Universität in Waynehausen meinen Master of Good Storytelling gemacht habe ist folgendes passiert, was euch dabei helfen kann…

 

Du siehst den Unterschied. Trainer 2 schafft es genauso seine Referenzen einzubauen, aber es wirkt nicht wie „sich wichtig machen“ sondern viel natürlicher.

 

Geschichten sind die natürlichste Form, etwas zu erzählen, daher empfehle ich dir auch, möglichst viele davon zu verwenden.

 

Denn nur vom Fakten durchrattern pennt dir dein Publikum irgendwann weg und ist energiegeladen wie ein Laufmeter Raufasertapete in der Dachschräge.

Überlege dir vorher, was deine Zuhörer am Ende deines Vortrages behalten sollen. Und darum baust oder suchst du dann Geschichten.

Auch wenn das ein wenig Vorbereitungszeit erfordert, ich verspreche dir, dass der Erfolg diese Mühe mehr als wert ist.