Hör auf, wie eine Stehlampe zu arbeiten und zu lernen!

Das Unangenehme direkt zu Beginn  

In diesem Zeitalter gibt es genau drei Möglichkeiten, finanziell erfolgreich und produktiv erfolgreich zu sein. Entweder man besitzt Teile der Infrastruktur, das sind in der heutigen Zeit allerdings nicht nur die Produktionsmaschinen und die großen Fabrikhallen, wie es Anfang des letzten Jahrhunderts noch der Fall war.
Ein Unternehmen wie Instagram kann mit einer niedrigen zweistelligen Anzahl an Mitarbeitern zweistellige Milliarden bei der Firmenbewertung aufrufen. Solche Plattformen sind die wahre Macht in der heutigen Zeit.

Für diejenigen, die keine gigantischen Unternehmen besitzen, bleiben zwei Möglichkeiten.

Entweder du beherrscht ein komplexes Gebiet, welches nur wenige andere Menschen verstehen und sicherst dir so durch die eigene Monopolstellung sichere und lukrative Aufträge.

Bauchladenverkäufer oder Spezialist?

Diejenigen, die auch das nicht auf ihrer Liste finden, haben dann noch die Möglichkeit mit überdurchschnittlicher Qualität bei überdurchschnittlicher Produktivität zu glänzen.

Wir leben in einer Zeit, in der die meisten geistigen Arbeiten über das Internet frei über den Erdball verteilbar sind.

Warum sollte man einen lokalen Facharbeiter anheuern, der keine nennenswerte Referenz mitbringt und dessen erste Frage im Vorstellungsgespräch von Anzahl der Urlaubstage handelt? 


Es besteht die Möglichkeit, weltweit Spezialisten, welche auch die Motivation haben, verschiedene Sprachen zu lernen, anzuheuern. Diese sind oft nicht einmal teurer. Man muss ihnen keinen Arbeitsplatz einrichten, ihnen keine Sozialbeiträge zahlen. Außerdem muss man auch nicht mit ansehen, wie sie aus ihrer Durchschnittlichkeit heraus auch noch einen Streik vom Zaun brechen, da sie keine Möglichkeit sehen, ihr Gehalt mit Leistung zu erhöhen. Gleichzeitig wissen sie aber auch, dass andere Unternehmen kein Interesse an ihnen haben und wohl das Kündigungsschutzgesetz der Hauptgrund für die Weiterexistenz eigene Anstellung ist. Sonst müsste ja nicht gestreikt werden, man würde sich einfach an anderer Stelle zu besseren Konditionen bewerben.

Damit begibt man sich aber in einen so von Anthony Robbins genannten Zustand der „selbst geschaffenen Hilflosigkeit”, welcher hier aber nicht weiter vertieft werden soll.

Der Arbeitsmarkt teilt sich also bei den geistigen und digitalen Berufen in zwei Felder auf. Die Performer und Stars der jeweiligen Branchen und der Rest. Dabei arbeiten die Performer oft nicht einmal sehr viel mehr als der Rest. Sie nutzen die Zeit einfach anders.

Cal Newport bezeichnet in seinem Buch „Deep Work – Rules for Focused Sucess in a Distracted World” die Gabe, sich auf einen Bereich zu fokussieren sogar als die Superkraft des digitalen Zeitalters.

Das scheint auch logisch zu sein. Denn trotz fast allmächtiger Tools, welche es Einzelnen ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit Resultate zu produzieren, die in den Neunzigern nur mit einem kompletten Expertenteam möglich waren, scheint es den meisten nicht zu gelingen, mehr als Durchschnitt zu produzieren.
Schlimmer noch, es erhöht sich das allgemeine Stressniveau.

Wenn wir uns anschauen, wie wichtig Fokus für unser Gehirn ist, ist das allerdings nicht verwunderlich. Nach einer alten Geschichte sagten Indianer damals, dass sie keine Züge nutzen würden, da bei einer so schnellen Reise die Seele dem Körper nicht hinterher kommen würde.

Nun  Züge verwenden viele von uns.

Aber dennoch sollten wir, in Erinnerung an diesen Satz, aufpassen. Springen wir zu schnell zwischen verschiedenen Aufgabengebieten hin und her? Denn dabei kommt unser Gehirn (unser Geist) definitiv nicht hinterher.

Eine E-Mail hier, zurück an die Arbeit. Oh, das Handy klingt. Hihi, lustiges Bild. Okay, weiter. Oh, bei Facebook kam eine Nachricht rein. Wo war ich eigentlich gerade? Irgendwie echt anstrengend heute…
So kann es ja auch nichts werden.

Ist unser Geist fokussiert wie ein Laser? Oder strahlen wir wie eine Stehlampe alles ein bisschen an?

Wenn wir von einem Gebiet in ein anderes wechseln, folgt unser Geist nicht sofort. Wir bearbeiten immer noch das Grundthema, was es uns natürlich schwerer macht, das neue Thema wirklich mit all unserer Energie zu erfassen.

Wer auf die Idee kommt zwischen seinen Arbeitszeiten immer mal eine Pause zu machen um sich durch Zocken oder durch den Facebook Feed zu entspannen, hat nicht verstanden, wie für unser Gehirn Entspannung funktioniert.

Der größte Gefallen, den Ihr eurem Geist tatsächlich tun könntet, ist es Arbeitsblöcke zu bilden. In diesem bearbeitet Ihr exakt eine Aufgabe, absolut störungsfrei so dass auch Flow aufkommen kann.

Die Resultate sind gewaltig. So gewaltig, dass Sie unsere Gesellschaft nicht spalten werden. Sie spalten unsere Gesellschaft bereits jetzt.

Digitale Performer haben die Möglichkeit, schon Mitte ihrer 20er Millionen zu verdienen. Das klappt allerdings nicht mit den ach so tollen Tricks, welche uns die Gurus auf YouTube und anderen Plattform verkaufen wollen.

Es funktioniert einfach dadurch, dass sie sich ein Fachgebiet aussuchen, auf diesem lernen  und dann mit Fokus hochwertige Inhalte zu diesem Gebiet produzieren. Mehr ist es nicht.  Durch diese Konzentriertheit kann dann auch Masse und Klasse zugleich geliefert werden.

Denn der Teil des Gehirns, der für das wirklich kreative, schöpferische zuständig ist, ist absolut nicht multitaskingfähig. Bei mehreren geistigen Baustellen schaltet dieses, von Nobelpreisträger Daniel Kahnemann entdeckte,  System einfach ab. Ohne dass wir es merken, nimmt ein oberflächlich arbeitendes und nicht wirklich schöpferisches System diesen Platz ein.

Kreativität entsteht durch Fokus auf eine einzige Tätigkeit. Nicht durch wichtigtuerisch an einer Pinnwand stehen.

Versuche es einfach einmal. Wähle ein Thema aus und fokussiere dich doch einmal vier Stunden am Stück nur auf das Lernen und kreieren auf diesem Gebiet. Schalte dabei alle sozialen Netzwerke ab und mach das Handy in Flugzeugmodus, besser noch, mache es in dieser Zeit ganz aus. Ich bin mir sicher, dass du von dir selbst erstaunt sein wirst.

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